Kiyomizu-dera   清水寺

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Blick auf den Tempel Kiyomizu-dera

Blick auf den Tempel Kiyomizu-dera der an einem Berghang über den Abgrund hinausragt.

Das Deva-Tor vom Kiyomizu-dera

Das Deva-Tor vom Kiyomizu-dera.

Pagode des Kiyomizu-dera

Pagode des Kiyomizu-dera.

Kiyomizu-dera

Versteckt in den Bergen liegt Kyoto dem Kiyomizu-dera zu Füßen.

 Tempelglocke vom Kiyomizu-dera

Die Tempelglocke vom Kiyomizu-dera in Kyoto.

Plan der Tempelanlage vom Deva-Tor bis zum Otowa-Wasserfall

Plan der Tempelanlage vom Deva-Tor bis zum Otowa-Wasserfall.

Kiyomizu-dera

Der Kiyomizu-dera verschwindet im Wald und kommt nur teilweise wieder zum Vorschein.

Der Otowa-Wasserfall, nach dem der „Tempel des reinen Wassers” benannt ist.

Der Otowa-Wasserfall, nach dem der „Tempel des reinen Wassers” benannt ist.

Auf in die Höhe

Will man den Kiyomizu-dera ganz erfassen, darf man keine der Etappen, welche die Pilger gingen, auslassen.

Die Belohnung dafür, aus dem Wirrwarr der kleinen Ladengässchen von Gion

herausgefunden und den schwierigen Aufstieg auf den Higashiyama-Hügel bewältigt zu haben, besteht im tiefen Rot der Schmuckelemente des Deva-Tores, das im Kontrast zum makellosen Weiß der Mauern steht.

Ein weiteres Wunder erwartet uns am Westtor, dass vergeblich eine dreietagige Pagode mit einer hohen gusseisernen Turmspitze zu verbergen sucht. Dann sieht man links das erste Gebäude, die Zuigu-do-Halle. Hier kann man eine höchst ungewöhnliche Erfahrung machen, die einen in den spirituellen Zustand versetzt, den man braucht, um sich die Mysterien des Tempels zu erschließen, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Wiedergeburt

Sie brauchen sich nur die Schuhe auszuziehen und einen kleinen Obolus zu entrichten und der Zugang zum Uterus der Daizuigu Bosatsu, der Mutter Buddhas, steht Ihnen offen. In dem völlig dunklen Raum, kulminiert die sensorische Erfahrung in der außergewöhnlichen Vision eines erleuchteten Steins, von dem man sagt, dass er einen Wunsch erfüllt, wenn man ihn um sich selbst drehen lässt. Auch wenn wohl so mancher den Bauch der Mutter perplex verlässt, so verwirrt einen die Zuigu-do-Halle genug, um neugierig auf die anderen Geheimnisse des Kiyomizu-dera zu werden.

Im heiligen Bezirk

Erst wenn man die Zuigu-do- und die Kaizan-Halle hinter sich gelassen hat, trifft man auf die Zugangsstraße zum Hauptgebäude. Schade wäre es allerdings, die Gebäude auf der linken Seite unbeachtet zu lassen, wo sich ein zauberhafter Garten und die bauliche Anlage des Jojuin befinden, die von Touristen oft vernachlässigt werden, obwohl sie durchaus einen Abstecher wert wären. Mindestens um der üppigen Lotusblüten im Sommer willen. Werfen Sie auch einen Blick auf die Fontäne des Drachen Seiryu, dem zu Ehren das Seiryuue-Festival im März, April und September stattfindet.

Haben Sie dann den Eintrittspreis zum Tempel entrichtet, erwartet sie ein unvergessliches Schauspiel.

Der Hauptpavillon oder Hondo, erhebt sich auf einer Balkenkonstruktion 12 m über einem Abgrund. Von hier aus hat man einen grandiosen Panoramablick nicht nur über Kyoto, sondern auch über die üppige Vegetation seiner Umgebung. Einen besonderen Reiz entfaltet diese Landschaft im Frühjahr, während der Kirschblüte und im Herbst, wenn sich die Ahornblätter zinnoberrot färben.

Sie können sich diesem Ausblick in Ruhe hingeben, denn ein Geländer schützt Sie. In der Vergangenheit aber soll dies ein gefährlicher Ort gewesen sein. Der Legende zufolge stürzten sich hier zahlreiche unglücklich Verliebte in die Tiefe. Allerdings federt das dichte Strauchwerk den Aufprall wohl so gut ab, dass die meisten den Sturz überlebten.

Die Haupthalle birgt eine Bronzestatue der boddhisattva Kannon, der elfköpfigen, hundertarmigen Göttin des Mitgefühls, der man nachsagt, dass sie Wünsche erfüllt. Zünden Sie eine Kerze an wie die Einheimischen, die mit Ihnen die Halle betreten, um Glück und Gesundheit für Ihre Lieben zu erbitten.

Tempel des reinen Wassers

Am Ausgang des Hauptgebäudes, am Jishu-Heiligtum liegen zwei Steine 18 Meter voneinander entfernt. Man sagt, einsame Herzen auf der Suche nach der großen Liebe könnten sich hier einer Prüfung unterziehen. Gelingt es jemandem, die Distanz von 18 Metern mit geschlossenen Augen zu überwinden, so sagt man, dass seine Aussicht darauf, die verwandte Seele zu finden, enorm wächst. Schafft man es nur mit Hilfe eines Dritten, der einem Hinweise gibt, wird es auch bei der Partnersuche eines Vermittlers bedürfen.

Viele junge Leute versuchen hier ihr Glück.

Auf der letzten Etappe des Rundwegs steigen wir eine steile Treppe hinab, um uns schließlich am Fuße der Balkenkonstruktion dem Ort zu nähern, der der Anlage seinen Namen gab: Der Otowa-Wasserfall ist ein Hauptanziehungspunkt der Tempelbesucher. Sein heiliges Wasser soll therapeutischen Wert haben und Glück bringen.

Es stürzt aus drei einzelnen Wasserkanälen in ein Becken und wird mit an Stangen befestigten Metallschälchen aufgefangen und getrunken. Die Becher werden nach jeder Benutzung durch UV-Strahlung desinfiziert. Jeder Wasserstrahl hat seine Funktion: der eine bringt schulischen Erfolg, der zweite, ein langes Leben, der letzte, Erfolg in der Liebe.

Aber Achtung: Trinken Sie nicht aus allen drei Wasserstrahlen. Gier ist verpönt. Alle Japaner, die hinter Ihnen in der Schlange stehen, würden Sie mit missbilligenden Blicken strafen.

Wer das Abenteuer nun noch fortsetzen möchte, kann weiter durch den Wald wandern, bis zur Koyasu-Pagode, deren drei Etagen anmutig aus den Baumkronen hervorragen und von allen Besuchern der Haupthalle bewundert werden. Werdende Mütter glauben, der Besuch dieser Pagode erleichtere den Geburtsvorgang.

Kiyomizu-dera-Begeisterte kommen besonders gern im Frühling, im August oder im Herbst hierher, wenn die Anlage auch abends begehbar und wunderbar illuminiert ist. Dann spürt man die Mystik des Ortes und Kannons Aura besonders stark.

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