Die Machiya   町屋

Datum der Veröffentlichung :

Zeichnung eines Machiya zur Zeit von Edo (1603-1868)

Capucine-Choiral

The machiya attached to each other form a homogeneous and typical whole.

Die Machiya, die sich nebeneinander aufreihen, erstellen ein einheitliches Bild

In the morning, people get busy to supply the machiya restaurants

Vormittags werden die Leute tätig, um die nun in den Machiyas entstandenen Restaurants zu betreiben

The muted facade of a machiya decorated with a lantern

Die mit einer Lampe dekorierte Fassade einer Machiya

Inside the Naramachi Koshino Ie

Der Innenraum einer Machiya Naramachi Koshino Ie in Nara

The full length kitchen typical of a machiya

Die für eine Machiya typisch längliche Küche

Machiya-lined driveway to Kanazawa

Die Allee mit aneinandergereihten Machiya in Kanazawa

Die Häuser der japanischen Kaufmänner

Neben den bunten Gebäuden Tokios oder die betonierten der Naha, sind noch einige Machiya übrig geblieben. Dieser traditionell japanischen Häuser aus dem alten Japan, gehören zu den wahren Schätzen der Stadt. 


Die Machiya sind die Häuser der Stadtbewohner, die damals den Mittelstand der Japanischen Städte beherbergte.  Das Haus war dafür gedacht die Aufgaben eines Geschäftes, eines Ateliers und einer Wohnung zu erfüllen. Sie bestanden aus Holz und waren daher sehr anfällig für Feuer und Erdbeben. Die einzigen Machiya, die es heute noch gibt stehen unter Denkmalschutz. In Kyoto gibt es heute noch mehr als 40 000 Machiya Häuser aus der Meiji-Zeit (1868-1912).

Ein Haus in Aalform

In den Gassen der alten Viertel passen die Machiya sehr gut hin. Selten findet man sie allein, unterscheiden sich von einem zum anderen kaum und bilden mit ihrem Schaufenstern eine einfache, gleichmäßige, linienhafte Wohnklasse. Die Machiya zeichnet ihre schmale Fassade aus, dessen Länge nur selten sechs Meter übertrifft. Das ist charakteristisch für das System der Durchsetzung dieser Zeit, die sich zwar nicht in der Fläche widerspiegelt, aber in der Länge der Fassade.

Die Häuser wurden in die Länge gebaut

Aber das Aussehen täuscht, denn hinter diesen Schaufenstern, die geziert sind mit einem Holzgittergeflecht (Kinusuko), öffnet sich eine großräumige Fläche, die mehr als 50 Meter lang sein kann! Dieser, für die Machiya typische Bau, gab ihnen den Namen „Schlafzimmer für Aale“. Es ist weit davon entfernt unvorteilhaft zu sein, denn diese Bauart in langer Reihe eignet sich perfekt für die Nutzung einer Hausgemeinschaft. Die Kaufmänner konnten ihre Kunden im ersten Raum, den man Mise No Ma nannte, empfangen. Das ist das Zimmer in direkt zu Straße gewesen, wo der Handel stattfand und dennoch Privatsphäre bot, indem man die Möglichkeit hatte sich in einen anderen Raum zurückziehen zu können oder in eine andere Etage gehen konnte.

Von der Arbeit bis zum Privatem

Als immer mehr Besucher in das Haus kamen, benötigte man mehr Rückzugsorte. Hinter dem Verkaufsraum befand sich das Naka No Ma. Dieses Übergangszimmer war für besondere Kunden. Das dritte Zimmer, was sich Oku No Ma nannte, wurde in erster Linie als Privatraum oder als Rezeption benutzt. Hier findet man nicht selten die Tokonoma. Das ist ein Raum, der gefüllt ist mit Kunstobjekten und Blumenarrangements, die sich von Jahreszeit zu Jahreszeit verändern. Die Zimmer werden durch einen Shoji oder durch Fusuma geteilt, also typisch japanische Türen.

Ein winziger Garten

Aber es ist natürlich auch möglich gewesen über den langen Flur, der sich an beiden Hausseiten befand und die Räume miteinander verband, von einem Bereich zum anderen zu gehen. Hier in diesem Flur (Tori Niwa) war auch die Küche zu finden. Der Abschluss des Besuches sollte eine Besichtigung des Gartens sein, der sehr klein ist, aber zu jedem Machiya gehört. Er versorgt das Haus sehr sorgfältig mit dem nötigem Licht, was wiederum die fehlenden Fenster wieder wett macht. Oft wird der Garten auch von der Hanare begrenzt. Hier haben die Großeltern ihren Tag verbracht und sich entspannt und dabei immer ein wachsames Auge auf den Handel gehabt. Dieser Bereich kann auch als Atelier oder Lager benutzt werden.

Machiya besuchen

Um die authentische Stimmung eine Machiya wirklich erfahren zu können, muss man es gesehen haben. Dafür muss man nach Nara, im Herzen des alten Kaufmännerviertels, fahren und die die Naramachi Koshino Ie zu entdecken. Diese Häuser befinden sich ungefähr fünfzehn Minuten zu Fuß vom Bahnhof Kintetsu Nara entfernt oder zwanzig Minuten vom Bahnhof JR. Der Eintritt ist kostenlos und das Haus hat von 10-17 Uhr geöffnet (montags geschlossen).

Lesenswert: Die Naramachi-Viertel und die Machiya

Die Stadt Kanazawa und ihr Geishaviertel Higashi Chayagai kennzeichnen die Machiya, die den begeisterten und neugierigsten Besuchern vorbehalten sind. Natürlich wurden die meisten mit der Zeit in Geschäfte und Restaurants und einige Teestuben in Museen umgewandelt. Eines unter ihnen, das unter Denkmalschutz stehende Shima Haus, kann ein Erwachsener schon für durchschnittlich 400 Yen (3,20 €) besichtigen. Die veraltete Atmosphäre, die noch von Objekten der Vergangenheit unterstrichen wird, versetzt den Besucher in ein Japan vor unserer Zeit.

Hierzu lesenswert : Unser Machiya Haus  gleich neben dem Silberpavillon (Ginkaku-ji) und dem Philosophenweg in Kyoto.


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