Gion & Higashiyama   祇園 & 東山

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Boutiquen unter Kirschblüten in Gion

Boutiquen unter Kirschblüten in Gion.

Geisha im Viertel Gion, Kyoto.

Geisha im Viertel Gion, Kyoto.

Eine Welt der Illusionen

In diesem einstigen Vergnügungsviertel bleiben dem Fremden viele Türen verschlossen. Trotz unübersehbarer städtebaulicher Transformationen behauptet sich hier in Gion nach wie vor der Geist des alten Kyoto.

Zum Glück bieten zahlreiche Festivitäten dem Gast dennoch genügend Zerstreuung.

Geishas haben nahezu Symbolcharakter für Kyoto. Gion bewahrt, so gut es eben geht, diese weltliche Tradition. Hier heißen die Geishas geiko.

Nach einer langwierigen Ausbildung in Gesang, Tanz und angemessenem Benehmen  vermieten diese Künstlerinnen ihre Talente. Fremde bekommen sie kaum zu Gesicht.

Man muss schon Glück haben, wenn man zufällig sehen möchte, wie eine maiko, eine Geisha-Schülerin, auf ihren hohen Holzsandalen, in einen bezaubernden Seidenkimono gekleidet, der in der Taille von einem breiten Gürtel (obi) zusammengehalten wird, in einem engen Gässchen aus dem Teehaus kommt. Dann wird sie allerdings wie alle jungen Frauen ihrer Altersklasse ein Handy ans Ohr pressen.

Bei Sonnenuntergang werden die Straßen belebter. Grelles Neonlicht flammt auf. Junge Männer, sehr korrekt gekleidet, mit gebleichtem Haar, verteilen vor den Bars Prospekte.  Andere Zeiten, andere Sitten. Geishas hasten heute nicht mehr völlig außer Atem von einem Rendez-vous zum nächsten. Parkplätze, Hostessen-Bars und love hotels haben die alten Holzhäuser weitgehend verdrängt. Zum Glück widersteht die Fußgängerzone Shinbashi-dori diesem Trend.

Gion ist auch die Domaine buddhistischer Tempel, wie z.B. des Chion-in, des Kennin-ji oder des Shoren-in. Und es bleibt eine Festivalhochburg. Der Schrein von Gion, Yasaka-jinja, verdankt seine Bekanntheit dem populärsten unter ihnen, dem Gion Matsuri-Festival. Während des Kyo Odori-Festivals im Frühjahr und des Gion Odori-Festivals im Herbst kann man die Tänze der Geiko bewundern. Und das, ohne ein Teehaus betreten zu müssen. Ein Glücksfall für Auswärtige und nicht Eingeweihte.

Östlich von Gion schmiegt sich das zauberhafte Viertel Higashiyama an den Hang. Auf Kopfsteinpflaster gelangt man zum tausendjährigen Kiyomizu-dera Tempel, der uns dazu einlädt,  die Wechselfälle eines weit von buddhistischer Weisheit entfernten Alltags zu vergessen.

Theaterfreunde sollten auf keinen Fall auf eine klassische Vorstellung im Nô-Theater Kyoto Kanze verzichten.

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