Byôdô-in   宇治平等院

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Fenghuang des Tempels Byôdô-in

Der Fenghuang, der chinesische Phönix, auf dem Dach der Phönix-Halle des Tempels Byôdô-in.

Der Byôdô-in gilt als hervorragendes Beispiel aristokratischer Baukunst der Heian-Zeit (794-1185).

Byôdô-in

Die Haupthalle des Tempels Byôdô-in (Kyoto) vor ihrer Renovierung.

Flügel der Sehnsucht

Das frisch restaurierte Bauwerk gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als hervorragendes Beispiel aristokratischer Baukunst der Heian-Zeit (794-1185)

Die Stadt Uji liegt südlich von Kyoto und ist berühmt für ihre Teeproduktion. Hier steht auch der hochberühmte Tempel Byôdô-in, der der buddhistischen Jôdo-Sekte gehört. Deren Anhänger verehren Amida, den kosmischen Buddha des „unendlichen Lichtes.

Das Hauptgebäude aus dem Jahr 1053 steht auf einer kleinen Insel und trägt den Namen „Phönix-Halleoder hôôdo, weil sein Baukörper mit den zwei ausgebreiteten Flügeln an den sich in die Lüfte erhebenden legendären Vogel erinnert. Darüber hinaus thront ein bronzenes Phönix-Paar auf dem Dach. Im Inneren befindet sich eine kolossale Statue aus höchst wertvollen ineinander gefügten Holzstücken. Sie wird dem Mönch und Bildmeister Jōchō (gest. 1057) zugeschrieben und stellt Buddha Amida in Begleitung Boddhisatvas (des Erleuchtungswesens) dar. Vom Belvedere an geht die Besichtigung in Kleingruppen weiter.

Zwischen September 2012 und April 2014 war das Byôdô-in eingerüstet: Die Phönix-Halle wurde renoviert und zinnoberrot gestrichen. Die beiden Statuen des aus der Asche auferstehenden Vogels erstrahlen erneut in Gold und die Anlage ist wieder für Besucher geöffnet.

Ein Paradies auf Erden

Ursprünglich war das Gebäude die Villa des Regenten Fujiwara no Michinaga (966-1027). Sein Sohn, Yorimichi, verwandelte das Anwesen in einen Tempel, der zunächst von der buddhistisch-esoterischen Tendai-Sekte unterhalten wurde. Ein Garten und ein Teich für Bootsfahrten, am Anfang viel größer als heute, wurden angelegt. Seitdem die Amida-Sekte  die Anlage übernommen hat, ist sie dazu bestimmt, das buddhistische Paradies der reinen Erde wiedererstehen zu lassen. Byôdô-in legt Zeugnis ab vom Glauben und von der Lebensweise des Adels in einer Epoche, als Gottheiten menschlicher und Mitleid zu Barmherzigkeit wurden.

Im Museum, das im Jahr 2000 nach einem Entwurf des Architekten Akira Kuryu (geb. 1947) errichtet wurde, werden die Kunstschätze des Standortes ausgestellt, darunter die bewegenden Musiker Bodhisattva, die man mit den Engeln der christlichen Bildwelt vergleichen könnte. Lassen Sie sich von ihrer Schönheit verzaubern!

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