Kyoto besichtigen: Tourismus, Tipps   京都

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Geisha in Kyoto

Geisha vor einem Tempel in Kyoto

riesiges Schreintor vor dem Fushimi Inari

Ein riesiges Schreintor vor dem Fushimi Inari

buddhistischer Tempel Shisen-dô

Garten des buddhistischen Tempels Shisen-dô in Kyoto

 Goldener Pavillon Kinkakuji

Der Goldene Pavillon oder Kinkakuji ist eine symbolträchtige Sehenswwürdigkeit Kyotos

Torii im Fushimi Inari

Lange Reihe von Torii (Schreintore) führen zum Heiligtum Fushimi Inari in Kyoto

Blick vom Kiyomizudera-Tempel

Der Kiyomizudera - strahlend wie ein Leuchtturm

Dornröschen erwacht

Kyoto verbindet das Gestern mit dem Heute und das Heute mit dem Morgen. Die einstige Hauptstadt des Kaiserreiches ist eine Stadt der Superlative. Ihr Name allein steht für Perfektion. Um diese Noble zu erobern – die Unbeugsame, Stolze, Geheimnisvolle – müssen Sie sich dem Spiel von Liebe und Zufall überlassen.

Die tausendjährige Stadt ist längst kein Dornröschen mehr, das nur in der Vergangenheit ruht. Kyoto, Wiege der japanischen Seele, ist eine lebendige Pilgerstätte für Bewunderer der Kunst, Spiritualität und Gastronomie.

Kyoto, an jeder Ecke eine andere Atmosphäre

Kyoto besichtigen beschwingt den feinen Geist. Die friedliche Stille im berühmten Steingarten von Ryoan-ji, der Goldene Pavillon Kinkaku-ji, von Yukio Mishima (1925-1970) gepriesen, das Stadtviertel Gion und der Weg der Philosophie bezaubern jeden.

Leckermäulchen können entlang der Straße, die zum Kiyomizu-dera führt - dem tausendjährigen Tempel, der hoch über der Stadt thront - durch die kleinen Boutiquen ziehen und Kleinigkeiten aus Porzellan oder lokale kulinarische Spezialitäten erwerben, wie zum Beispiel Yatsu hashi (Reismaultaschen mit süßen Bohnen) oder auch über den Nishikimarkt schlendern, eine lange, überdachte Einkaufspassage, wo die Händler an ihren Ständen jene Köstlichkeiten feilbieten, welche die traditionelle Küche Kyotos ausmachen. Die Kirschblüte im Park Maruyama ist einganz besonderes Ereignis im April, denn die „Blütenschau“ (hanami) gleicht hier einer Feier des natürlichen Kreislaufes von Entstehen und Vergehen.

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Wege entdecken, vom Weg abkommen, überraschende Reiseabenteuer in einer Vielfalt ohne Grenzen - der Tourismus in Kyoto ist ohnegleichen: mehr als eintausendsechshundert buddhistische Tempel und mehr als zweihunderfünfzig Shinto-Heiligtümer wachen über diese Stadt. Inmitten dieser geschichtsträchtigen Orte ist die Last der Zeiten spürbar. Das frührere Heian-kyô, die „Kaiserliche Residenzstadt des Friedens und der Ruhe“, verlässt sich selbstbewusst auf seine Würde.

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Als „Florenz des Fernen Ostens“ bewahrt Kyoto stolz seine alten Bräuche. Auch wenn es jedes Jahr Besuch von Millionen Touristen bekommt und ganze Schulklassen in Uniform von allen Winkeln der japanischen Inseln durch Tempel, Gärten und Heiligtümer streifen, liefert sich diese Stadt nie ganz dem Tourismus aus, so sicher ist sie sich ihrer Qualitäten. Auf der Suche nach einer verlorenen Zeit muss sich der sterbliche Vorübergehende darauf beschränken, einige Sehenswürdigkeiten auszuwählen, je nach der Saison und den Feierlichkeiten, welche dem Leben in Kyoto den Rhythmus schlagen, ohne dabei die erfrischende Moderne der ehrwürdigen, alten Dame außer Acht zu lassen.

Heimstatt der Spiritualität und der Künste

Als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt, verrät Kyoto seine erhabene Vergangenheit bis heute nicht. Im Jahr 794 gegründet, wird die Stadt später Sitz des kaiserlichen Hofes, zu Lasten von Nara, welches zu dieser Zeit der Mittelpunkt der Politik und Religion im Lande war. Warum also Kyoto? Der Einfluss der Priesterschaft war dem kaiserlichen Hof zu groß geworden. Mehr als tausend Jahre lang wird Kyoto darauf das Herz des Landes sein. Bis zum Jahr 1868 ist die Stadt Zentrum der Spiritualität und Kunst, dann verliert sie den Status als Hauptstadt an Tokio, damals noch Edo genannt.

Kyoto entgeht der Katastrophe

Die Stadt, umgeben von Hügeln, die mit Rotkiefern und Bambus bewaldet sind, ist wie ein Schachbrett in die Landschaft gezeichnet, ganz nach dem Vorbild von Chang’an, der chinesischen Hauptstadt der Tang-Dynastie. Während des Zweiten Weltkriegs blieb Kyoto von amerikanischen Bombardements verschont. Dennoch war es eine der vier Städte, die als Ziel in Frage kamen, als der amerikanische Präsident Harry Truman über den Abwurf der Atombomben entschied. Dank des Engagements des russisch-französischen Orientalisten Serge Elisseeff gegenüber dem militärischen Rat des Pentagons blieb der Stadt dieser Ausgang erspart. Seine Argumentation war, dass die Wahl Kyotos kulturelle Schätze von unschätzbarem Wert zerstören würde, und dies für immer einer Versöhnung zwischen den beiden Ländern abträglich wäre. Man hörte auf ihn.