Der Friedenspark   広島平和記念公園

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Kraniche im Friedenspark

Origami-Kraniche im Friedenspark

Origami-Kraniche im Friedenspark

Der Kenotaph des Mahnmals

Der Kenotaph des Mahnmals, auf dem die Namen der Opfer des Atombombenabwurfs verzeichnet sind.

Laternen vor der Kuppel zur Gedenkfeier am 6. August

Laternen vor der Kuppel zur Gedenkfeier am 6. August

Hanami an den Ufern des Flusses Motoyasu in Hiroshima

Die Kuppel in Hiroshima 2017

Friedensdenkmal für die Kinder

Denkmal für die Kinder, die der Bombe zum Opfer fielen.

Denkmal für die Kinder, die der Bombe zum Opfer fielen

Mirai ni mukatte ! Für die Zukunft !

Der Friedenspark von Hiroshima ist das Symbol einer nationalen Tragödie. Dennoch verharrt man nicht bei der Trauer um die Opfer, sondern richtet seinen Blick auf eine friedliche Zukunft.

Die Japaner haben sich von den furchtbaren Katastrophen, denen sie ausgesetzt waren, nie bezwingen lassen, sondern sich immer wieder aufgerichtet. Auch am 6. August 1945 ist die Zeit in Hiroshima nicht stehengeblieben. Der Abwurf der Atombombe markiert weniger ein Ende, als den Beginn einer neuen Ära. Mit unglaublicher Geschwindigkeit hat sich die Stadt von der vollständigen Zerstörung erholt und sich einer neuen Philosophie verschrieben: dem Pazifismus.

Eine Stadt besteht fort

Sicher ist der zentrale Park ein Ort des Gedenkens, vor allem aber ist er ein Ort des Friedens. Von weitem sieht die auf traurige Weise berühmt gewordene Kuppel aus wie ein übergroßes Klettergerüst für Kindergartenkinder. Sein rosa Anstrich passt überraschend zu den verschiedenen Grüntönen des Rasens und der umstehenden Bäume. Manchmal lassen sich dort Raben nieder.

Um niemals in Vergessenheit geraten zu lassen, was menschlicher Erfindungsgeist einst hervorbrachte, wird er auf immer nordöstlich des Parks stehen bleiben, von dem ihn der Fluss Motoyasu trennt, und daran gemahnen, was geschah. 1996 wurde der Genbaku dome (“Kuppel der Atombombe”) ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Das Gebäude wurde nicht restauriert und bleibt, abgesehen von ein paar stabilisierenden Maßnahmen, in demselben Zustand, in dem es die Bombe Little Boy im August 1945 zurückließ. Diese ehemalige Industrie-Ausstellungshalle der Präfektur Hiroshima, zuvor ein Symbol der florierenden Wirtschaft in der Region, war inmitten der totalen Zerstörung das einzig erhalten gebliebene Gebäude.

Heute sammeln sich Durchreisende - Japaner wie Angereiste - vor dem Zaun, der die Ruine einschließt, um für die mehr als einhundertvierzigtausend Menschen zu beten, die während des Atombombenabwurfs oder an dessen Folgen ums Leben kamen. Angesichts der unzähligen Wasserflaschen, die überall als Opfergaben für die Hunderttausenden abgestellt werden - die Stunden nach der Explosion mit schwersten Verbrennungen verdurstend durch die Straßen der Stadt irrten, ohne ihren Durst aufgrund des “schwarzen Regens” aus herabfallender Asche je stillen zu können - bekommt man unwillkürlich eine Gänsehaut.

Anmut aus der Leere

Ist der Himmel strahlend blau, scheint nichts die Ruhe des Parks stören zu können, durch den hie und da Familien und Pärchen spazieren gehen. In gerader Linie mit dem Dom am anderen Ende des Parks thront der Kenotaph mit den Namen der Opfer.

Eine Arche, ein shintoistisches Sinnbild, schützt gleichsam die Seelen der Verstorbenen. Daneben die Flamme des Friedens, weißglühend seit 1964, als sie zum ersten Mal entzündet wurde. Das Denkmal trägt die Inschrift “Auf das alle Seelen hier in Frieden ruhen, denn wir werden das Übel nicht erneut zulassen.” Wobei das “wir” die Menschheit als Ganzes meint, denn das Grauen von Hiroshima steht als abschreckendes Beispiel für eine menschengemachte Katastrophe, welche sich nie wiederholen darf. Das Friedensmuseum von Hiroshima, beschließt die ergreifende Sichtachse aus drei starken Symbolen - Dom, Arche und Flamme - und verstärkt ihre Bedeutung.

Allumfassende Andacht

Nordöstlich des Kenotaphs verzeichnet das Opferdenkmal die Namen aller Menschen, die am Tag der Katastrophe oder in den darauffolgenden Wochen und Monaten ums Leben kamen und bewahrt sie so vor dem Vergessen. Südlich des Denkmals stehen die sogenannten "Phoenixbäume", die einzigen Pflanzen der Stadt, die die Feuersbrunst überlebten. Sie tragen immer noch Spuren von Verbrennungen und wurden später in den Park gepflanzt.

In der Mitte des Parks zwischen den Brücken über die Flüsse Honkawa und Motoyasu, unweit des Denkmals für die zum Krieg eingezogenen Studenten, ist ein Mahnmal den Kindern Hiroshimas geweiht. Zweifellos die erschütterndste Stätte des Parks. Hier wird der jungen Menschen gedacht, die viel zu früh den Wirren der Politik zum Opfer fielen und auch derer, die zwar überlebten und bis zuletzt hofften, aber schließlich doch der Strahlenkrankheit zum Opfer fielen. Weltbekannt wurde das Schicksal der kleinen Sasaki Sadako (1943-1955). Sie überlebte die Katastrophe und führte bis 1954, als die ersten Symptome von Leukämie entdeckt wurden, ein “normales" Leben.

Weiterlesen: Das Friedensdenkmal der Kinder

Nach einer japanischen Legende hat derjenige, der es schafft, eintausend Origami-Kraniche zu falten, einen Wunsch frei. Viele Schwerkranke machen daher in Japan Kraniche, um Heilung zu erbitten. Sadako faltete 744 Kraniche. Dann starb sie. Seitdem legen Kinder Origami-Kraniche als Symbol des Friedens am Fuße des Mahnmals nieder, auf dem ein kleines Mädchen auf einer bronzenen Glocke steht.

Sei es durch die kleinen alltäglichen Ehrungen oder während solcher Großveranstaltungen wie der Gedenkzeremonie, die Besucher des Parks bringen in aller Bescheidenheit ihre Anteilnahme am Schicksal der Opfer zum Ausdruck und ihre Entschlossenheit, eine solche Katastrophe nicht noch einmal zuzulassen.

Verlässt man den Park, fühlt man sich ein wenig stärker bei dem Gedanken, dass eine ganze Stadt bereit ist, sich solchem Grauen in Zukunft entgegen zu stellen.

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