Ise Naikû, der innere Schrein   内宮

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Ise Naikû

Die Bauweise shinmei zukuri, die sich am Vorbild alter japanischer Reisscheunen orientiert, ist heute selten und typisch für das Heiligtum von Ise.

Ise Naikû

Eine hohe Treppe führt zum Eingang des Naikû von Ise, dem allerheiligsten Schrein Japans.

kagura

Mehrmals im Jahr finden im Heiligtum von Ise Vorstellungen des Tanzes kagura zu Ehren der Göttin Amaterasu statt.

Im inneren Schrein von Ise finden täglich Reinigungsrituale und -zeremonien statt.

Das Allerheiligste

Das innere Heiligtum, offiziell kôtai jingu genannt, ist von einer mystischen Atmosphäre durchdrungen, die den Besucher in ihren Bann zieht, sobald er die Treppen zum Pavillon Shôden hinaufsteigt.

Das innere Heiligtum, offiziell kôtai jingu genannt, ist von einer mystischen Atmosphäre durchdrungen, die den Besucher in ihren Bann zieht, sobald er die Treppen zum Pavillon Shôden hinaufsteigt…

Hat man die Brücke Ujibashi und das große torii hinter sich gelassen, wandert man auf einem Kiespfad durch dichten Wald und dringt immer tiefer in das vor, was man das Allerheiligste Japans nennt: den Naikû, das innere Heiligtum von Ise, in dem die Sonnengöttin Amaterasu verehrt wird.

Nicht selten trifft man hier hohe Würdenträger des Shintô, und wie sie ist man gehalten, sich im Pavillon der rituellen Waschungen zu reinigen (im Misogi-kan, aber passen Sie auf: das linke Becken ist Priestern vorbehalten. Nur das Temizusha rechts steht allen Besuchern offen).

Träumen erlaubt

In dem von zahlreichen kami (Göttern) bewohnten Zedernwald gibt es eine beachtliche Anzahl von Nebenschreinen. Zum Beispiel den Kazahinomi no miya, der dem Gott des Windes gewidmet ist. Oder auch den Aramatsuri no miya, ein Beispiel für die seltene shinmei-Architektur, die zwar typisch für Ise ist, von der es aber nur noch wenige Beispiele auf dem Weg zum Shôden gibt.

Dort oben, am Ende der Treppe, ist man am Allerheiligsten angelangt. Besser gesagt, man kann es aus einem gewissen Abstand sehen, weil es keinem Besucher erlaubt ist, über den Eingang zum Nationalheiligtum, das der offizielle Sitz der Sonnengöttin ist, hinaus zu gehen. Es ist verboten, hier zu fotografieren, weder die Gebäude noch die Teilnehmer des Gottesdienstes. Aber es ist erlaubt zu träumen, sich die geheimen Zeremonien vorzustellen, die hier täglich stattfinden, die Jahrhunderte alten Riten, die hier weiterleben.

Eine ehemalige Reisscheune

Der Shôden wird alle 20 Jahre abgerissen und nach einem einzigartigen Architekturmodell, das shinmei zukuri heißt, wieder aufgebaut. Während die Mehrzahl der Shintô-Schreine des Landes nach der Einführung des Buddhismus in Japan (im IV.Jahrhundert) entstanden und vom Stil chinesischer Tempel beeinflusst sind, ist der Hauptpavillon von Ise nach dem Vorbild alter japanischer Reisscheunen erbaut: ein angehobener Fußboden und darüber ein mit Schilf gedecktes Giebeldach, dessen Balken oben herausragen, sodass sie ein “V” bilden.

Der Shôden, in höchstem Maße heilig, beherbergt übrigens den Spiegel Yata no kagami, eines der drei sagenumwobenen kaiserlichen Embleme mit dem Juwel Magatama (im Kaiserpalast in Tokio) und dem Schwert Kusanagi (im Atsuta-jinja in Nagoya).

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