Das Viertel Shin-Sekai   新世界

Datum der Veröffentlichung :

Eine Gasse voller Restaurants.

Fassade eines Fugu-Restaurants im Shin-Sekai Viertel.

Blick auf den Shin-Sekai Turm.

Jugend aus einer anderen Zeit

Das Viertel Shin-Sekai, „Neue Welt“, wurde im Jahr 1912 förmlich aus dem Boden gestampft um Osaka eine neue Lebensqualität zu geben. Shin-Sekai selbst konnte seine Atmosphäre und seine malerischen, schon beinahe kitschigen, Straßen aus dem letzten Jahrhundert bewahren.

Im frühen zwanzigsten Jahrhundert durchdringen Lebensqualität und Erneuerungen diese „neue Stadt“ und verleihen ihr Moderne die an die westlichen Städte angelehnt ist. So wurde der südliche Teil dem Big Apple nachempfunden , während der nördliche Teil Paris liebevoll kopiert, die Stadt des Lichts. Restaurants, Geschäfte und Läden vervollständigen das Ensemble. Der bunte, warme aber auch zweifelhafte Ruf des Shin-Sekai hat sich im Laufe der Jahre so entwickelt denn diese geheimnisvolle Gegend galt als Zentrum der Yakuza, Obdachloser und Prostituierter. Im Zentrum dieses Viertels steht der ebenfalls 1912 errichtete Tsutenkaku Tower, eine japanische Version des Eiffelturms, welche sich damals an eben diesem und dem Pariser Arc de Triomphe für die Basis orientierte.

Auch wenn der Tsutenkaku bei seiner Wiederrichtung 1956 den feinen am Pariser Triumphbogen angelehnten Sockel durch eine gräuliche, einer Ölplattform anmutenden Basis ersetzt hat, konnte er seinen französisch angehauchten Charme dennoch erhalten.

Rot und Grau

Restaurants mit roten Fronten und anderen grellen Farben säumen die mit Neonreklamen gespickte Fußgängerzone. Die Vielzahl von Ständen bieten eine große Auswahl an Spezialitäten des Bezirkes, wie KuShiKaTsu einem Spieß von paniertem Rindfleisch (串カツ) den man während des Flanierens vernascht. Spielhallen aus einer anderen Zeit, nämlich den 80ern und Pachinko , verleihen diesem Patchwork eine einzigartige Atmosphäre die beinahe mehr Touristen als Einheimische anzieht.

Fremdeinflüsse

Fast überall in der Umgebung gibt es Billiken genannte Statuen oder menschenähnliche Figuren mit schelmischem Grinsen auf dem Gesicht. „So japanese“ tönt es aus dem Munde der Touristen , während sie klischeehaft um sich fotografieren und damit auf ihre eigene Art und Weise dem Viertel einen weiteren Stempel aufdrücken. Genau genommen handelt es sich bei den Billiken übrigens um Glücksbringer deren Fuß man dafür küssen muss und die vor über 100 Jahren von einer US-amerikanischen Künstlerin erschaffen wurden.


Ob vor oder nach der Viertelbesichtigung, warum nicht die Tour gleich im Spa World beginnen oder entspannt beenden mit seinen westlich angepassten, künstlichen Onsentempeln? Nach einem derart kitschigen Tag dürfte Sie ein Pseudoasiatisches Bad auch nicht mehr allzu sehr überraschen!

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