Aomori   青森

Datum der Veröffentlichung :
Nebuta Matsuri

Riesige beleuchtete Umzugswagen beim Volksfest Nebuta Matsuri.

Schloss Hirosaki in Aomori

Das Schloss Hirosaki in Aomori.

Ausgrabungsstätte Sannai Murayama

Traditionelle Jômon-Hütte der Ausgrabungsstätte Sannai Murayama.

Towada-See

Der Towada-See (十和田湖),

Hafen von Aomori bei Nacht

Der Hafen von Aomori bei Nacht.

Aomori Bay Bridge

Die Aomori Bay Bridge und die Fähre Hakkoda Maru.

Willkommen bei den Sch'tis

Wie wäre es damit, mal einen Blick auf den Norden Japans zu werfen? Die Region Tôhoku - im Nordosten der Hauptinsel Honshû - ist reich an natürlichen und kulturellen Schätzen. Ein besonderes Juwel befindet sich an der nördlichsten Spitze der Region: die Stadt Aomori, Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur. Und das Beste daran: Der Shinkansen fährt Sie von Tokio aus direkt dorthin.

Weite Ebenen, ein atemberaubendes Panorama: Aomori, die große Präfektur des hohen Nordens, ist einen Abstecher wert.

Frische Äpfel!

Sicher, hier wird es auch schon mal sehr kalt, Regen- und Schneefall stellen landesweite Rekorde auf. Dafür ist es im Sommer nicht so heiß und stickig, wie anderswo im Land. Und nicht vergessen: der Apfel ist Aomoris wichtigstes landwirtschaftliches Erzeugnis. Alles in allem erinnert die Region an eine japanische Normandie oder vielleicht an das Alte Land bei Hamburg. Selbstverständlich hat die Region eine Vielzahl an Apfelspezialitäten zu bieten: heißer Apfelsaft, Apfelmus und Apfelkuchen.

Aomoris Geheimtipps

Seien wir ehrlich, Aomori ist auf den ersten Blick gesehen nicht die schönste Stadt Japans. Die während des zweiten Weltkriegs stark zerstörte Stadt wurde mit Hauptaugenmerk auf Effizienz wieder aufgebaut, wobei - wie so oft - Ästhetik und Harmonie zurückstehen mussten.

Doch die Stadt macht das mit seiner vielfältigen Gastronomie, seiner charmanten Kulturlandschaft und vielen regionstypischen Besuchszielen wieder wett. Wie wäre es mit einem Besuch im Aomori Museum of Art, das 2006 eröffnet wurde? Schon seine ausgefallene Bauweise ist sehenswert. Ganz in der Nähe des Museums befindet sich das Sannai Murayama, eine wichtige Ausgrabung von Ruinen eines Dorfes aus der Jômon-Zeit (15.000 bis ungefähr 300 v.u.Z.). Fast 800 Behausungen wurden bisher freigelegt, eine umfangreiche Dokumentation über Japan in der Zeit der Jäger und Sammler. Historisch Interessierte sollten sich die Stätte nicht entgehen lassen.

In den letzten Jahren wurden die Uferböschungen der Stadt neu gestaltet, so dass sie jetzt zu einem schönen Spaziergang einladen. Neben der Drahtseilbrücke Aomori Bay Bridge, welche die Bucht überragt, fühlt man sich winzig klein. Sie können auch Hakkoda Maru besichtigen, eine alte Fähre, welche zwischen Aomori und Hakodate verkehrte und dadurch Hokkaido und die Hauptinsel Honshu verband. Danach können Sie sich zur ungewöhnlichen Pyramide aufmachen, in der sich das örtliche Touristenzentrum ASPAM befindet. Im 12. Stock gibt es hier eine Aussichtsplattform, die Ihnen einen guten Überblick verschafft.

Aber wenn man Aomori mit einem Begriff zusammenfassen sollte, dann wäre es Nebuta matsuri. Mehr als 3 Millionen Besucher zieht dieses traditionelle Volksfest an, dass jährlich immer zwischen dem 2. und 7. August stattfindet, Alle kommen, um die Nebuta genannten, riesigen Umzugswagen zu sehen. Die Wagen zeigen historische Persönlichkeiten oder Begebenheiten, aber auch Blumen- und Tiermotive. Erstaunlicherweise fallen die Wagen nicht in sich zusammen, obwohl es sich nur um mit Papier ummantelte Bambus- oder Holzkonstruktionen handelt (teilweise durch Stahlseile verstärkt). Durchschnittlich 9 Meter breit, 7 Meter lang und 5 Meter hoch sind die bunten, beleuchteten Wagen. Ein wahres Fest für geübte Fotografen!

Umgebung

Aomori besichtigen heißt auch, sich in der Umgebung umsehen.

Im Süden der Stadt liegt der Berg Hakkôda, ein Skiparadis, welches traurige Berühmtheit erlange, als im Jahre 1902 hier in einem Unwetter 199 Soldaten umkamen. Diese Begebenheit wurde im Film Mount Hakkoda aus dem Jahr 1977 von Shirô Moritani erinnert.

Sie lieben das Gebirge? Dann sollten Sie unbedingt zur Halbinsel Shimokita im Nordosten der Präfektur fahren und eine Besteigung des Osore-Berges wagen, der unter Japanern als Tor zur Hölle bekannt ist!

Ihnen sagt eine Thermalquelle eher zu? In dem Fall sind Sie im Asamushi onsen im Nordosten der Stadt an der richtigen Adresse.

Sportliche Besucher können sich auch auf ein Pferd schwingen und zum Towada-See reiten, der zwischen Aomori und der Präfektur Akita liegt. Dieser Kratersee ist ein beeindruckendes Wunder der Natur.