Übernachten in einem Tempel: Die Sitten und Gebräuche des Shukubo   宿坊

Datum der Veröffentlichung :

Shukubo des Berges Koya

Die vegetarische Küche des shojin ryori.

Morgendliche Lesung der Sutras.

Haben Sie teil am Leben eines japanischen Mönchs.

Schlafen wie ein Zen

Eine einzigartige Erfahrung Reiseerfahrung bietet das Übernachten in einem japanischen Tempel. Man taucht in die mysteriöse Atmosphäre des klösterlichen Lebens.


Das Shukubo, was nicht mehr bedeutet als „bei den Mönchen schlafen“ ist für viele auswärtige Besucher Japans ein Muss bei ihrer Japanreise.

Diese Übernachtungserfahrung in einem buddhistischen Tempel gewährt einem einen Einblick in das alltägliche Leben eines japanischen Mönchs. Darüber hinaus wird man in die vegetarische Küche des shojin ryori eingeführt und darf sogar manchmal an religiösen Morgenritualen teilnehmen.

Aufnahmebedingungen

Die Shukubo sind jeglichen Besucher geöffnet ohne geschlechtliche, nationale oder religiöse Diskriminierung. Die Reservierung läuft in der Regel wie bei jedem gewöhnlichen Hotel oder ryokan ab. Auch wenn manche Tempel nur eine telefonische Reservierung anbieten, kann man mittlerweile beim Großteil der Anbieter online auf den eigens dafür eingerichteten Webseiten reservieren.

Im Zweifelsfall kann man die Reservierung selbstverständlich auch fachmännisch in einem Reisebüro vor Ort oder in Deutschland vollziehen.

Das größte Zentrum der Shukubo in Japan befindet sich in Koyasan in der Region Wakayama.

Anstandsregeln

Die Shukubo sind integrierter Bestandteil der buddhistischen Klöster von denen sie geleitet werden. Es ist daher ratsam einige Benimmregeln zu beachten in Anbetracht der religiösen Natur dieser Orte.

- Vor betreten des Tempels die Schuhe ausziehen

- Kleiden Sie sich im Inneren des Tempels immer eher dezent

- Halten Sie die vorgegeben Uhrzeiten ein (Essenszeiten, Waschzeiten, Aufstehzeiten)

- Beachten Sie die Ausgangssperre (Manche Tempel schließen ihre Pforten bereits bei Einbruch der Dunkelheit)

- Respektieren Sie die Intimität und Ruhe des Ortes

Komfort oder Schlichtheit

Trotz des Rufs einer eher spartanischen Ausstattung bei japanischen Klöstern, können Sie davon ausgehen dennoch ein Minimum an Komfort in Ihrem Zimmer vorzufinden: Tatami, Futon, Bettbezüge, Nachtlampe etc.

Andererseits seien Sie nicht überrascht, wenn Sie kein Radio, Fernseher oder ein eigenes Badezimmer vorfinden. Bei den traditionelles Ryokan Herbergen müssen Sie im Übrigen ihr Badezimmer auch mit den anderen Gästen teilen.

Eine Abendkarte gibt es selbstverständlich auch nicht: Stattdessen ein einheitliches Menü für jedermann, bei dem es weder Fisch noch Fleisch geben wird!

Es kann allerdings vorkommen, dass Alkohol in manchen Tempeln toleriert wird und Ihnen Bier, Wein oder Sake angeboten werden.

Religiöse Rituale

Was auch immer Ihre religiöse Orientierung sein mag, das morgendliche beiwohnen an den liturgischen Ritualen ist eine reichhaltige Erfahrung die für viele den Charme an den Shukubo ausmacht.

Jede buddhistische Lehre entwickelt ihre eigenen Rituale: Von den gemeinsamen Gebetszeiten, der Lesung von heiligen Sutraschriften bis hin zu dem Feuerritual des esoterischen Buddhismus, hat der Besucher förmlich die Qual der Wahl.

Die Beteiligung am Morgenritual ist aber selbstverständlich nicht verpflichtend. Den Interessierten sei aber gesagt, dass sie äußerst früh aufstehen müssen. Etwas gegen fünf oder sechs Uhr morgens!


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