Ryokan, Sitten und Gebräuche   旅館習慣

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Zimmer in einem Ryokan in Japan.

Oft gibt es ein Rotenburo, ein Onsen im Außenbereich.

Ein Ryokan in Japan.

Kaiseki ryôri, eine Folge raffiniert zubereiteter und sehr originell präsentierter kleiner Speisen, deren Zutaten meist regionaler Herkunft sind.

Manche Ryokan bieten diverse Freizeitaktivitäten an.

Futonbetten in einem Ryokan.

In den Bädern baden Männer und Frauen getrennt. Die Geschlechterzuteilung kann aber von einem Tag zum anderen wechseln. Achten Sie bitte auf die Schilder!

Die Regeln der Gelassenheit

Sie sollten Japan auf keinen Fall verlassen, ohne in einem Ryokan übernachtet zu haben! Diese traditionellen Herbergen, deren Ursprung in die Edo-Zeit zurückreicht (1603-1868), sind der ideale Ort, um in die erhabene Ästhetik japanischer Innenarchitektur und den Geist japanischer Gastfreundschaft einzutauchen. Bitte respektieren Sie die Etikette eines solchen Ortes.

Ankunft

Da der erste Eindruckbekanntlich der entscheidende ist, ist der Empfangsraum mit besonderer Sorgfalt eingerichtet. Sie sollten sich also Zeit nehmen anzukommen und die verschiedenen Kunstgegenstände zu betrachten. Es ist Brauch, die Schuhe auszuziehen und die bereitgestellten Hausschuhe überzustreifen. Eventuell werden Sie mit einem Schälchen Tee und einer kleinen Süßigkeit empfangen. Auch einen Yukata ( leichter Baumwollkimono) wird man Ihnen reichen, dazu im Winter einen Haori ( Jacke). Wundern Sie sich nicht darüber, dass in Ihrem Zimmer kein Bett steht, Sie werden natürlich auf einem Futon schlafen.

Das Bad

Es ist Brauch, den Yukata anzuziehen und vor dem Abendessen ein Bad zu nehmen. Natürlich ist das nicht Pflicht, aber Sie dürfen dieses praktische Kleidungsstück während Ihres gesamten Aufenthaltes nutzen: um ins Schwimmbad zu gehen, während der Mahlzeiten, zum Entspannen u.s.w. In Thermalbädern gehen manche Urlauber sogar so spazieren.

Wenn Sie in ein Gemeinschaftsbad gehen, achten Sie darauf, dass diese meist nach Geschlechtern getrennt sind. Manchmal wird die Geschlechterzuordnung tageweise geändert, damit jeder die verschiedenen Bäder kennen lernen kann.

Bitte benutzen Sie die Duschen im Eingangsbereich vor dem Betreten des Bades. Viele Ryokan verfügen über Freiluftbäder, die man rôtenburo nennt. Besonders im Winter ist das eine unvergessliche onsen-Erfahrung! Man kann am Empfang mancher Ryokan auch kleine Privatbäder reservieren (kashikin). Darüber wird man Sie bei ihrer Ankunft informieren. Nur sehr wenige Ryokan verfügen über Privatbäder. Man teilt das Bad ganz natürlich mit den anderen Gästen im Adamskostüm.

Die Mahlzeiten

Das Abendessen wird im Allgemeinen recht früh eingenommen, zwischen 18.00 und 19.00 Uhr. In manchen Ryokan serviert man im Restaurant, in anderen auf dem Zimmer. Sie dürfensich auf kaisecki freuen, eine Folge raffiniert zubereiteter und sehr originell präsentierter kleiner Speisen, deren Zutaten meist regionaler Herkunft sind. Alkohol ist nicht im Preis inbegriffen und wird auf die Zimmerrechnung geschrieben.

Während Sie speisen, werden die Futons in Ihrem Zimmer hergerichtet. So beginnt der Abend ganz entspannt und verspricht womöglich ein zweites Bad im Mondenschein. Das Frühstück am nächsten Morgen wird genauso serviert wie die Abendmahlzeit. Allerdings gibt es nur in den seltensten Fällen Toast und Café. Stellen Sie sich vielmehr auf Reis, Gemüse, Fisch und Misosuppe ein.

Anderweitige Unterhaltung

Was tun zwischen den Mahlzeiten und den Besuchen im Bad?  In Thermalbädern oder anderen Urlaubsorten wird es Ihnen gewiss nicht langweilig, denn dort gibt es genug Sehenswürdigkeiten und weitereOnsen. Große Ryokan haben oft Massagesessel, Karaoké, Videospiele,Tischtennisplatten u.s.w.

In einer traditionellen japanischen Herberge erwartet Sie also ein in jeder Hinsicht erholsamer Aufenthalt. Lassen Sie sich einmal so richtig verwöhnen!

Wo findet man Ryokan?

Ryokan gibt es hauptsächlich in Thermalbädern. Fern ab von den großen Städten bieten sie oft ein Onsenan einer Thermalquelle für einen unvergleichlich entspannenden Aufenthalt. Natürlich haben auch díe Großstädte Ryokan mit Bädern, die ihr Wasser allerdings nicht direkt aus einer Quelle speisen. Eher traditionellen Hotels ähnelnd, sind sie dennoch recht  luxuriös und ein Aufenthalt kostet zwischen 15.000 und 25.000 Yen einschließlich Abendmahlzeit und Frühstück.

Von Tokio aus sind mehrere Ryokan leicht erreichbar, insbesondere in den Städten Kusatsu, Ikaho, Kinugawa und Shiba. Besonders viele solcher traditioneller Herbergenbefinden sich in der Region Hakone und auf der Halbinsel Izu.

Wenn Sie von Kyoto aus aufbrechen, finden Sie Ryokan in Shirahama, Ohara, Kurama, Kinosaki und Arima. Doch sind diese Namen nur eine kleine Auswahl von einer sehr viel längeren Liste. Auf dem gesamten Archipel gibt es mehrere tausend Ryokan.




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