Das Nô-Theater   能

Datum der Ver��ffentlichung :
Kyōgen

Kyōgen, ein heiteres Zwischenspiel einer Nô-Vorstellung.

Nô-Theater

Kostüm, Maske, Perücke - alles muss sitzen.

Nô-Theater

Das Nô-Theater ist eine illustre Form des klassischen japanischen Theaters mit einer anspielungsreichen, poetischen Ästhetik.

Nô-Schauspieler

Ein Nô-Schauspieler während der Vorstellung.

Subtil und geheimnisvoll

Das Nô-Theater, eine illustre Form des klassischen japanischen Theaters, schenkt dem Betrachter einen Moment der Poesie, ein subtiles Drama mit einer elliptischen und anspielungsreichen Ästhetik, das Gesang und Tanz mit einem lyrischen Text verbindet.

Zum ersten Mal drohte diese Theaterform zu Beginn der Meiji-Zeit (1868) zu verschwinden, als Japan sich dem Westen öffnete. Nach dem Zweiten Weltkrieg unter amerikanischer Besetzung bestand zum zweiten Mal diese Gefahr. Doch das Nô-Theater hat es geschafft, die Zeiten zu überdauern und ist heute Ausdruck der ursprünglichen Kultur Japans.

Die Schauspieler, ausschließlich Männer wie im klassischen Theater üblich, spielen entweder den shite, “den, der handelt” , die Hauptperson, die immer eine Maske trägt oder den waki, “den, der daneben steht”, eine Nebenrolle ohne Maske. Die extreme Zurückhaltung in den Bewegungen macht die stille Spannung des aus.

Unveränderliche Regeln

Nô hat seine Wurzeln im sarugaku (wörtl. “Kunst der Affen”), das in alter Zeit unter indischem und chinesischem Einfluss entstand und im kagura, dem heiligen shinto-Tanz. Der Begriff bedeutet “ Handeln” oder “Tugend” und ist die Abkürzung von sarugaku no nō. Das Nô-Theater entwickelt sich im Zeitalter der Shogunen, also im XI.- XVI. Jahrhundert. Es wird schnell zum Spektakel des bewaffneten Adels. Heutzutage symbolisiert es dank der Arbeit des Dramaturgen Zeami (1363-1443), der die großen Prinzipien dieser Kunst kodifizierte, eine unveränderte Tradition. Seine Abhandlungen bleiben eine Referenz.

Eine Vorführung dieser rituellen Kunstform bleibt bis heute den vor über sechs Jahrhunderten aufgestellten Regeln treu. Die Maske, heilig und untrennbar mit dem verbunden, symbolisiert eine Figur im Stück. Die Bühne, ein durch vier Pfeiler begrenztes Quadrat kennt keinerlei Dekor. Im Hintergrund kündigen drei oder vier Musiker (Flötisten und Trommler) den Auftritt der Schauspieler an, begleiten Gesang und Tanz. Rechts von der Bühne steht der Chor, der die Handlung kommentiert und die Erzählung des shite verstärkt. Über die von drei Pinien gesäumte Brücke (hashigakari) auf der linken Seite, die den Übergang von der jenseitigen Welt ins Zeitliche darstellt, betritt der Schauspieler die Bühne. Manchmal interpretiert er auch von hier aus bestimmte Szenen.

Kyôgen, die “verrückten Worte”

Eine Tagesvorstellung im Nô-Theater umfasst 5 Stücke, wobei jedes einem anderen Genre angehört. Die Votivstücke mit einer überirdischen Figur oder einer Gottheit entführen den Zuschauer aus seinem Alltag. Dann folgt ein Kriegsstück, danach eines, das dem subtilen weiblichen Charme und dem Tanz gewidmet ist, schließlich ein episches Drama, vom realen Leben inspiriert, und am Ende ein Dämonenstück.

Eine solche Dichte erfordert ein Lustspiel als Zwischeneinlage. Auch hierbei handelt es sich um ein exklusiv männliches Genre, das kyōgen heißt, wörtlich “verrückte Worte”.

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