Sendai   仙台

Datum der Veröffentlichung :
Samuraistatue in Sendai

Samuraistatue in Sendai.

Schrein in Sendai

Masamune Dates Mausoleum Zuihôden (瑞鳳殿) in Sendai.

Tanabata Matsuri

Das Tanabata Matsuri (Sternenfest) in Sendai ist das bekannteste in ganz Japan.

Zwischen Mittelalter und Moderne

Die lebenslustige Hauptstadt der Präfektur Miyagi in der Region Tôhoku steht unter der Schirmherrschaft ihres Gründerfürsten. Sie hat sich weitgehend von den Schrecken des Erdbebens am 11. März 2011 erholt.

Ein Halbmond prangt auf dem Helm, ein schwarzes Reittier, ein prächtiges Schloss: jeder in Sendai kennt die Insignien von Masamune Date (1567-1636), des Großfürsten, der aus diesem kleinen Hafen ab dem Jahr 1604 eine wohlhabende und weltoffene Handelsstadt machte. Cholerisch und rachsüchtig, aber auch ein Ästhet und großer Kenner des Nô-Theaters und der Kalligrafie soll der Stadtgründer gewesen sein. Mehr über Geschichte und Wirken des „einäugigen Drachen“ (ein Beiname, den der Herrscher bekam, weil er in der Kindheit ein Auge verloren hatte) erfahren Sie im Westen der Stadt, am Hang des Kyogamine.

Ein Japaner in Saint-Tropez

Eine Besichtigung des Schlosses lohnt sich mehr wegen des großartigen Ausblicks, den man von dort aus hat, als wegen der Schlossruine, auch wenn noch ein imposanter Wachtturm erhalten ist, in dem historische Stücke ausgestellt sind. Weiter unten, in der Stille eines Zedernwaldes, liegt das prachtvolle Zuihô-den, das Mausoleum von Masamune Date. Die vergoldeten, eingemeißelten Reliefs und die leuchtenden Farben des Grabmals sind ein wichtiger Zeuge des Momoyama-Stils.

Auf der anderen Seite des Hügels kann man im Heimatmuseum die Geschichte von Masamune Date erfahren, insbesondere dieses Wenigen bekannte Detail: der Daimyo Date hegte regen Kontakt mit dem christlichen Abendland und Papst Paul V. und schickte eine Gesandtschaft auf den Weg, die im Jahre 1613 den ersten Kontakt zwischen Japan und Frankreich auf einem Strand von St. Tropez etablierte!

Das Sternenfest

Das Erdbeben vom 11. März 2011 hat die Region in seiner ganzen Härte getroffen, die Küste (Shiogama, Matsushima) wurde stark beschädigt, die Stadt Sendai aber blieb weitgehend verschont. Trotzdem rief das Beben schmerzliche Erinnerungen an das Ende des zweiten Weltkriegs wach, als die Stadt von amerikanischen Bomben zerstört worden war. Der Wiederaufbau erfolgte wie für die Nachkriegszeit typisch im Schachbrettmuster, von großen Alleen durchzogen, zum Beispiel der Shoppingmeile Aoba dôri. Zehn Häuserblocks weiter nördlich führt die Jozenji dôri zum berühmtesten Gebäude der Stadt: der Mediathek, einem beeindruckenden, riesigen Glaswürfel, den der Architekt Toyo Ito entworfen hat.

Zwischen den beiden Boulevards liegen die Vergnügungsviertel Iroha Yokocho (welches von den Weltkriegsbomben verschont blieb) und Kokubun-chô. Hier finden sich zahlreiche Bars, Clubs und Restaurants, in denen man eine Spezialität von Sendai genießen kann: gegrillte Rinderzunge (gyûtan).

Hier findet auch der Höhepunkt des Sternenfests Tanabata statt: für den 7. August werden die Viertel mit Bambus und japanischem Papier (sasatake) dekoriert zur Feier der Legende um Vega und Altaïr.

Webseite der Stadt Sendai (softwaregestützte Übersetzung auf Englisch auswählbar).