Niigata   新潟

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Kirschblüte an der Bandai-Brücke

Kirschblüte an der Bandai-Brücke

Geishas in Niigata

Geishas in Niigata

In der Umgebung von Niigata gibt es auch mehrere Ski-Stationen wie hier in Myokokogen.

In der Umgebung von Niigata gibt es auch mehrere Ski-Stationen wie hier in Myokokogen.

Das Hundert-Tatami-Zimmer im Museum der Kultur des Nordens.

Das Hundert-Tatami-Zimmer im Museum der Kultur des Nordens.

Die Bandai-Brücke, das Wahrzeichen von Niigata

Die Bandai-Brücke, das Wahrzeichen von Niigata.

Zwischen Meer und Gebirge

Ungefähr zwei Stunden nördlich von Tokio an der Flussmündung des längsten Flusses Japans, des Shinano, liegt Niigata, eine relativ unbekannte Hafenstadt.

Lange Zeit war Niigata der größte Hochseehafen Japans. Es ist eine Industriestadt mit breiten Verkehrsadern, aber auch vielen Parks und Gärten, die das Leben in der Stadt angenehm machen. Die Einwohner schlendern gern an den grünen Ufern der Flüsse Shinano und Agano entlang oder nutzen die Gehwege der Bandai-Brücke, eines 1929 wieder aufgebauten, 300 Meter langen Bauwerkes. Seine sechs eleganten Bögen sind zum Symbol der Stadt geworden.

Die Geschichte lebt

Im XVII. Jahrhundert lag die Stadt auf der Insel zwischen den beiden Flüssen Shinano und Agano. In diesem historischen Zentrum konnten im Stadtviertel Furumachi einige Schmuckstücke aus der alten Zeit bewahrt werden. Insbesondere die 1918 erbaute Sommervilla des Saito-Clans, einer der drei reichsten Händlerfamilien der Meiji-Zeit. Es handelt sich um einen herrlichen Wohnsitz ganz aus Holz und umgeben von Gärten, in denen man den Aufführungen der Furumachi Geigi, der Geishas von Niigata beiwohnen kann.

Der Hakusan Schrein befindet sich inmitten eines weitläufigen Parks, der ersten öffentlichen Grünanlage des Archipels, die 1873 eröffnet wurde.

Das Hundert-Tatami-Zimmer

Das Museum der Kulturen des Nordens ist im ehemaligen Anwesen des Itô Clans, der reichsten Großgrundbesitzer der Region, untergebracht. Das 1882 erbaute Herrenhaus umfasst 65 Räume. Einer davon bemisst sich nach 100 Tatamimatten und seine Fenster weisen auf einen wunderschönen Garten, der zum Dekor einiger japanischer Filme wurde.

In den Restaurants kann man den ortstypisch zubereiteten Reis kosten, der im traditionellen Hagama (Kochtopf) auf den Tisch kommt.

Schmackhafter Reis

Die Region um Niigata ist bekannt für die hohe Qualität ihres Reises koshihikari (Rundkornreis), welcher der teuerste, aber auch der schmackhafteste des gesamten Archipels ist. Auch die Reiswaffelproduktion floriert hier. Im Niigata Senbei Okoku können Besucher nach alten Rezepten den Teig selbst herstellen und ihre eigene Waffel backen und dekorieren.

Sakéhändler

Auch die Wasserqualität ist in Niigata, das zwischen Gebirge und Meer liegt, außergewöhnlich gut. Daher zählt man hier fünfzehn Saké Brauereien, von denen einige noch auf die Edo Zeit (1603-1868) zurückgehen. Man kann die Imayotsukasa Brauerei besichtigen oder, einem gewitzten Anbieter sei Dank, gleich am Ponshukan Bahnhof an einer Verkostung teilnehmen.

Festlichkeiten

Mitte September kommen anlässlich des Tanzfestivals Sô Odori tausende Tänzer aus der Region und dem ganzen Land nach Niigata. 1868 ausgesetzt und erst 2001 wiedereingeführt, stärkte dieses Ereignis einst Vitalität und Mut der Bewohner dieser rauen schneereichen Gefilde. Drei Tage und drei Nächte lang werden an verschiedenen Veranstaltungsorten der Stadt traditionelle und moderne Tänze aufgeführt.