Morioka   盛岡

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Morioka: der Fluss Nakatsu und der Berg Iwate

Morioka: der Fluss Nakatsu und der Berg Iwate.

Nambu-tekki, handwerkliche Produkte in Emailleschmelztechnik, der Stolz Moriokas.

Pferdeumzug in den Straßen von Morioka anlässlich des Chagu Chagu Umako Festivals (2. Samstag im Juni).

wanko-soba, ein kulinarisches Ritual, das darin besteht, so viele Nudelschälchen hintereinander zu leeren wie möglich.

Ein See im Naturschutzpark Hachimantai, zwischen Morioka und Aomori.

Kalt aber herzlich

Obwohl Morioka auf kaum einer Reiseroute zu finden ist, handelt es sich doch um eine sympathische, fest in den Traditionen der Region Tohoku verankerte Stadt.

Und sie liegt nur einen Steinwurf vom Nationalpark Hachimantai und dem Tazawako-See entfernt.

In Morioka herrscht das typische Klima für den japanischen Norden: eisig kalte Winter und angenehm frische Sommer. Diese klimatischen Bedingungen haben übrigens zur Herausbildung einer für die Region spezifischen Identität beigetragen, die die Japaner etwas geringschätzig “inaka!” nennen, “vom Flachland”.

Aber wie reizvoll ist doch dieses gar nicht so flache Land mit seiner unberührten Natur!

Morioka, die Hauptstadt der Präfektur Iwate, auf halbem Wege zwischen Sendai und Aomori, ist mit seinen 300.000 Einwohnern eines der großen urbanen Zentren der Region. Man kann es in ein bis zwei Tagen besichtigen.

Nambu Tekki, der Stolz der Region

Auf geht’s zum Iwate Park, der zwischen den Ufern des Flusses Nakatsu und dem Einkaufszentrum Odôri liegt. Hier erhob sich in alter Zeit das Schloss des Nambu-Clans (von dem noch einige Burgmauern erhalten sind), der die Region einst beherrschte. Während seiner Bauzeit Mitte des XVI. Jahrhunderts, ließen sich Händler und Samurai rund um den Hügel nieder, auf dem das Gebäude entstand, und hoben so wie so oft in Japan die jôkamachi, Stadt unterm Schloss, aus der Taufe.

Verlässt man den Park über die Brücke Nakanohashi (Nordosten), kann man das gleichnamige Stadtviertel besichtigen, wo es noch einige schöne Gebäude westlicher Bauart aus der Meiji-Zeit gibt, darunter der berühmte  Sitz der Nakanohashi-Bank in rotem Backstein und weißem Granit. In dieser Gegend entstand nambu tekki, eine Emailleschmelztechnik, fürdie Morioka noch heute berühmt ist.

Die Technik wurde im XVII. Jahrhundert erfunden, als sich Handwerker aus Kyoto in der

jôkamachi ansiedelten und begannen, diese Schmelztechnik zu nutzen, um Teekessel, Waffen und Glocken für die Tempel herzustellen. In der Werkstatt von Suzuki Morihisa (1-6-7 Minami Ôdori), schmiedet man seit 1625 diese schweren Gegenstände, die auch ein gewichtiges Souvenir hergeben, vorausgesetzt, man ist bereit, den Preis zu zahlen und seinen Koffer so schwer zu beladen.

Morioka ist auch eine der Herkunftsstädte der kokeshi-Puppen.

Jajamen, reimen oder wanko?

Schlendert man am Fluss Nakatsu entlang ein Stück hinauf nach Norden, kommt man bald in das traditionelle Viertel Konya-cho, dessen Wahrzeichen ein alter Aussichtsturm ist, der früher von der Feuerwehr der Stadt genutzt wurde (die Konyachô banya). In diesem lebhaften und gut besuchten Viertel kann man die Spezialitäten Moriokas probieren: Sesamreiskekse Nambu Sembei (in der Boutique Shirasawa), gyûtan (gegrillte Rinderzunge, eine durch Sendai bekannt gewordene Speise), und die “drei Morioka-Nudeln” (die jajamen, Udon Nudeln an Fleischsoße und Miso; reimen, râmen an Koreanischer Soße und wanko soba , Buchweizennudeln in kleinen Schälchen).

Wir beenden unseren Spaziergang, indem wir noch ein Stück am Fluss entlang und schließlich über die Higashibashi Brücke gehen, die uns in den zweitgrößten Park der Stadt führt. Hier befindet sich der Tempelbezirk, der mehrere buddhistische Bauwerke umfasst (darunter Hôon-ji mit seinen 500 Statuen von Buddha-Schülern) und der Shinto-Schrein Mitsuishi-jinja. Im Osten des Parks gibt es ein interessantes Lokales Volkskunst Museum (Morioka Central Public Hall).