Matsuyama   松山

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Burg von Matsuyama

Die Burg von Matsuyama bewacht von ihrem Hügel aus die Stadt und das Binnenmeer Seto.

Museum Saka no Ue no Kumo

Der Roman von Shiba Ryôtaro war Inspiration für das gleichnamige Museum Saka no Ue no Kumo und wurde von Tadao Ando entworfen.

Dôgo Onsen

Im Nordwesten der Stadt liegt das Dôgo Onsen, Japans ältestes Thermalbad, das 1,5 Million Besucher pro Jahr anzieht.

Shiko-cool

Sein Schloss, welches den Anblick vom Binnenmeer aus dominiert, oder seine tausend Thermalbäder: was beschreibt die größte und gemütlichste Stadt auf Shikoku am Besten?

Am Rande der bescheidenen unter den großen japanischen Inseln liegt Matsuyama, im ständigen Dialog mit seinen Nachbarinnen am anderen Ufer des Binnenmeeres, Hiroshima im Norden und Beppu-Oïta im Westen. Sie steht ihnen übrigens in nichts nach: Matsuyama ist jung und dynamisch, stolz auf sein Schloss, berühmt für seine Dôgo-Bäder, kurzum,schon allein für diese Stadt lohnt sich ein Abstecher nach Shikoku.

Ein Schloss mit Seeblick

Bevor sie zu einem wichtigen Militärstützpunkt wurde, waren die Stadt und ihre nähere Umgebung ein wichtiges Eingangstor für die Verbreitung des Buddhismus in Japan. Hier befinden sich daher gleich mehrere der 88 Tempel des berühmten Pilgerpfades rund um Shikoku. Darunter etwa Ishite-ji, welches zu Ehren des Mönchs und Lehrmeisters Kukaï errichtet wurde, der die Stadt und den Tempelberg Kôyasan gründete.

Im Jahre 1603 gewinnt Matsuyama in der damaligen Provinz Iyo an strategischer Bedeutung, weshalb der Matsudaira-Clan auf dem Hügel Katsu eine Burg errichtet. Matsuyama-jô gehört heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Shikokus, auch wenn es seit dem Wiederaufbau 1820 zwei Etagen kleiner als früher ist, denn es bietet einen unvergleichlichen Ausblick auf die Stadt und das Binnenmeer.

Nach dem Abstieg auf der Westseite kann man durch den Garten Ninomaru schlendern, der zwischen den Ruinen der ehemaligen herrschaftlichen Residenz angelegt wurde. Daneben liegt auch der kleine Park Bansui-so.

Von Meiji bis Miyazaki

Wir verlassen die Anlage Richtung Süden und schauen im Museum Saka no Ue no Kumo vorbei, das von dem berühmten Architekten Tadao Ando entworfen wurde. Hier steht das Heraustreten Japans aus der Isolation und die internationale Ausrichtung in der Meiji-Zeit im Vordergrund.

Es geht weiter entlang der Ladenstraße im Südosten des Hügels (neben der Straßenbahnhaltestelle Okaïdô), wo kleine Boutiquen Keramik, Antiquitäten und Baumwolle aus Ehime verkaufen und Restaurants die Spezialitäten Matsuyamas anbieten: botchan dingo, Eierteigküchlein nach Art einer castella aus Nagasaki, und goshiki sômen, Nudeln in fünf Farben.

Doch auch wenn es alles überragt wird das Schloss wohl nie die Hauptattraktion der Stadt übertreffen: das Dôgo Onsen, eine Jahrhunderte altes Thermalbad, dem man nachsagt, es sei das älteste ganz Japans. Nicht ohne Grund diente es als Inspiration für Hayao Miyazakis Klassiker Chihiros Reise ins Zauberland !