Oharaimachi   おはらい町

Datum der Veröffentlichung :
Okage Yokocho

Eine Straße im Edo-Viertel Okage Yokocho.

Okage Yokocho im Herbst

Das Viertel Okage Yokocho im Herbst.

Akafuku Mochi

Die berühmten Akafuku Mochi im Viertel Oharaimachi in Ise.

Rendez-vous in Oharai

In der Edo-Zeit waren die großen Schreine von Ise, Geiku und Naiku ein vorrangiges Pilgerziel für die Japaner. Nach ihrer langen und beschwerlichen Reise wurden die Pilger im Viertel Oharaimachi, das sich an den Naiku anschließt, empfangen. Bis in unsere Tage hat es seine Seele und seine Gastlichkeit bewahren können.

Der Name des Viertels leitet sich von dem der onshi ab, der Priester und Missionare des Shinto, die in diesem Viertel lebten und die Pilger bei sich aufnahmen. Sie sorgten für Unterkunft und Beköstigung, aber nicht nur. Darüber hinaus praktizierten sie Reinigungsriten, die oharai. Diese ersetzten sozusagen die Riten der großen Priester der berühmten Schreine, welche ausschließlich Adligen vorbehalten waren.

Sie praktizierten ebenfalls kagura, einen von Musik begleiteten heiligen Tanz.

Miam

Entlang der 800m langen Strecke von der Uji-Brücke am Ufer des Isuzu bis zum inneren Schrein von Ise bieten verschiedenste Händler in traditionellen Häusern ihre Spezialitäten an. Insbesondere:

●  Ise Udon, dicke Ise-Nudeln mit negi oder japanischer Frühlingszwiebel, geräuchertem Bonito (Fisch), der in einer Bouillon aus sehr dicker, schwarzer Soja-Sauce schwimmt.

●  Tekone Sushi, Bonito-Sashimi mit Soja auf Essigreis

●  Isecha, grüner Tee aus Ise/Präfektur Mie, drittgrößter Teeproduzent Japans.

●  Akafuku mochi, Gebäck auf Reisbasis und roten Bohnen oder mochi, was soviel wie “rotes Glück” bedeutet

Natürlich wollen wir auch nicht die berühmten Perlen aus Ise vergessen, die in Aquakultur gezüchtet werden.

In der Mitte dieser langen Straße, etwa auf der Höhe des Akafuku-Händlers, führt eine Seitenstraße in ein anderes Marktviertel, Okage Yokocho, das so wiederhergestellt wurde wie es in der Edo-Zeit ausgesehen hat.

An den Wochenenden findet hier ein Unterhaltungsprogramm statt:

Taiko-Konzerte (japanische Trommel) oder Kamishibai-Theater. Bei dieser Theaterform wird von einem Erzähler eine traditionelle japanische Geschichte vorgetragen.

Auch das Museum Okage-za, das den wichtigsten japanischen Mythen sowie der Geschichte der Pilgerwanderungen gewidmet ist, befindet sich hier.

Morgenstund hat Gold im Mund

Ein ganz wichtiger Brauch in Ise ist Tuitachi-mairi: Am ersten Tag eines neuen Monats muss man früher als üblicherweise aufstehen und zum Schrein gehen, um den Kami (Gottheiten) für ihren Schutz zu danken sowie um ihren Segen für den kommenden Monat zu bitten.

Einige Stände und Geschäfte sind dann schon sehr früh am Morgen geöffnet. Sie verkaufen kayu, den traditionellen Reisbrei. Ab 5:00 Uhr wird bei Akafuku ein Kuchen in limitierter Stückzahl angeboten. Auf diese Seltenheit warten bereits hunderte Menschen in der Straße. Es gibt auch einen Markt, der an diesen Tagen schon ab 4:00 Uhr morgens öffnet.

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